Anwendung
Beton zerkleinern ohne Lärm, Staubwolken und Erschütterung
Fundamente, Sockel, Wände und Decken kontrolliert trennen – auch in Innenräumen, im laufenden Betrieb und direkt an bestehender Bausubstanz.
- Bohrdurchmesser
- 30–40 mm
- Abstand unbewehrt
- 25–40 cm
- Abstand armiert
- 15–25 cm
- Wartezeit
- 8–24 h, danach Zerlegung
Ausgangslage
Rückbau mitten im Bestand
Maschinenfundamente in laufenden Produktionshallen, Betonsockel in Kellern, Aufzugsunterfahrten, Stützmauern an der Grundstücksgrenze: Beim Betonrückbau im Bestand ist selten die Festigkeit das Problem, sondern das Umfeld. Erschütterungen können empfindliche Maschinen, historische Bausubstanz oder benachbarte Wohnungen beeinträchtigen, Lärm begrenzt die Arbeitszeit, und für schwere Geräte fehlt der Zugang oder die Deckentragfähigkeit.
Quellsprengstoff trennt Massivbeton über den Druck im Bohrloch. Das Bauteil reisst entlang der Bohrreihe auf und wird anschliessend mit Bagger, Zange oder von Hand zerlegt. Weil die Reaktion unbeaufsichtigt abläuft, lassen sich Betriebspausen und Nächte produktiv nutzen.


Vorgehen
Beton trennen Schritt für Schritt
01
Bewehrung orten
Mit Bewehrungssuchgerät die Eisenlage bestimmen, um Bohrungen zwischen den Stäben zu setzen und Anbohren zu vermeiden.
02
Trennfugen definieren
Bauteil in transport- und hebefähige Segmente einteilen. Bohrreihen entlang der Trennfugen, mindestens eine freie Kante je Segment einplanen.
03
Bohren und reinigen
30–40 mm Bohrungen über nahezu die volle Bauteildicke, Abstand nach Bewehrungsgrad. Bohrmehl und Restwasser vollständig entfernen.
04
Anmischen und füllen
Material mit kaltem Wasser exakt nach Vorschrift anmischen und Löcher zügig randvoll füllen. Bei horizontalen Bohrungen geeignete Fülltechnik verwenden.
05
Zerlegen und Eisen schneiden
Nach der Rissbildung Segmente mit Zange oder Bagger lösen, freiliegende Bewehrung mit Trennschleifer oder Brennschneider schneiden.
Einsatzfelder
Typische Projekte
- Maschinen- und Anlagenfundamente in laufenden Betrieben
- Betonsockel, Stützen und Wandscheiben im Innenausbau
- Fundamentabbruch bei Umnutzung und Ersatzneubau
- Aufzugsunterfahrten, Schächte und Kellerdurchbrüche
- Stützmauern und Widerlager an der Grundstücksgrenze
- Betonbauteile in Kraftwerken, Kliniken und Sicherheitsbereichen
- Rückbau von Silo-, Kran- und Antennenfundamenten
- Nacharbeit an Überbeton und Fehlbetonierungen
Bewertung
Vorteile und Grenzen bei Beton
Vorteile
- +Erschütterungsfrei – kein Risiko für angrenzende Bauteile und Technik
- +Geräuschlose Trennung, Arbeiten auch in sensiblen Betrieben
- +Keine Druckwelle, kein Splitterflug, minimale Absicherung
- +Reaktion läuft in Betriebspausen und über Nacht ab
- +Sehr genaue Trennfugen über das Bohrbild steuerbar
Grenzen
- –Bewehrung wird nicht getrennt und muss geschnitten werden
- –Engeres Bohrbild bei starker Armierung erhöht den Bohraufwand
- –Freie Ausdehnungsrichtung ist Voraussetzung
- –Wartezeit von 8–24 Stunden im Ablauf einzuplanen
Grundlagen und Wirkprinzip: Quellsprengstoff. Alternativen im Vergleich: Abbruchmethoden. Produkt für Beton: BETONAMIT®.
FAQ
Häufige Fragen zum Betonabbruch
+Funktioniert Quellsprengstoff in armiertem Beton?
Ja, aber mit engerem Bohrbild. Die Armierung nimmt Zugkräfte auf, weshalb Bohrlöcher näher zusammen und möglichst in der Ebene der geplanten Trennfuge gesetzt werden. Der Beton reisst auf, die Bewehrung bleibt stehen und wird anschliessend geschnitten.
+Welcher Bohrlochabstand gilt bei Beton?
In unbewehrtem Beton sind 25 bis 40 cm üblich, in stark armierten Bauteilen 15 bis 25 cm. Massgebend ist die gewünschte Stückgrösse und der Bewehrungsgrad.
+Kann in Innenräumen gearbeitet werden?
Ja. Es entsteht kein Knall, keine Druckwelle und kein Steinflug, und die Reaktion läuft ohne Personal ab. Für Bohrarbeiten sind Staubabsaugung und Gehörschutz zu berücksichtigen; der Raum muss während der Reaktion gesichert sein.
+Ist eine freie Fläche notwendig?
Für die Rissbildung braucht das Bauteil eine Richtung, in die es sich öffnen kann. Bei allseitig eingespannten Bauteilen wird zuerst eine freie Kante geschaffen, etwa durch eine Kernbohrreihe oder einen Sägeschnitt.
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