Anwendung
Findlinge zerkleinern: grosse Steine spalten ohne Sprengen
Vom Ackerstein bis zum tonnenschweren Felsbrocken: Bohrbild, Mengenbedarf und Ablauf für sicheres Spalten in Landwirtschaft, Landschaftsbau und Tiefbau.
- Bohrdurchmesser
- 30–40 mm mit Bohrhammer
- Bohrlochabstand
- 30–50 cm je nach Gestein
- Bohrtiefe
- 80–95 % der Blockhöhe
- Ergebnis
- handliche, rissarme Segmente
Ausgangslage
Der Block liegt meist am ungünstigsten Ort
Findlinge tauchen dort auf, wo sie am meisten stören: mitten im Acker, im geplanten Fundamentbereich, im Garten hinter dem Haus oder in einer Hanglage ohne Zufahrt. Sprengen ist im bewohnten Umfeld praktisch ausgeschlossen, ein Hydraulikhammer braucht Maschinenzugang und erzeugt Lärm und Steinflug, und für den Abtransport im Ganzen fehlt oft Krankapazität und Tragfähigkeit des Untergrunds.
Mit Quellsprengstoff wird der Block dort zerlegt, wo er liegt. Benötigt werden ein Bohrgerät, Wasser und das Material. Weil der Druck langsam aufgebaut wird, gibt es keinen Splitterflug – auch nicht neben Glasfassaden, Gewächshäusern, Fahrzeugen oder Weidezäunen.


Vorgehen
So wird ein Findling zerlegt
01
Trennebene wählen
Sichtbare Risse, Adern und Schichtungen nutzen. Die Bohrreihe liegt in der Ebene, in der der Block auseinandergehen soll – auch mehrere Ebenen sind möglich.
02
Bohren
30–40 mm Bohrungen mit 30–50 cm Abstand, so tief wie möglich. Freiliegende Blöcke lassen sich von oben, teilverschüttete auch seitlich bohren.
03
Füllen
Bohrmehl entfernen, Material nach Vorschrift anmischen und die Löcher randvoll füllen. Bereich mit Vlies oder Brett abdecken, nicht verstopfen.
04
Zerlegen
Nach 8–24 Stunden ist der Block gerissen. Segmente mit Hebel, Steinzange oder Lader trennen; für kleinere Stücke die Segmente nachbohren.
Mengenbedarf
Wie viel Material wird gebraucht?
Der Verbrauch hängt allein am Bohrlochvolumen, nicht am Steinvolumen. Richtwert: 1 kg Pulver füllt rund 0,55 Liter Bohrloch. Ein 40-mm-Bohrloch mit 1 m Tiefe hat etwa 1,26 Liter Volumen und benötigt damit ca. 2,3 kg. Ein Findling von 2 m³, der mit vier Bohrungen von je 0,8 m gespalten wird, kommt somit auf rund 7 bis 8 kg.
Erhältliche Gebinde – vom 5-kg-Eimer für Einzeleinsätze bis zur Palette für den gewerblichen Dauerbedarf – finden Sie auf der BETONAMIT®-Produktseite und für den Felsbereich bei ROCKSPLIT®.
Einsatzfelder
Wer damit arbeitet
- Landwirtschaft: Ackersteine und Lesesteine ohne Maschinenaufwand zerlegen
- Garten- und Landschaftsbau: Blöcke im bestehenden Garten reduzieren
- Tiefbau: Findlinge im Baugruben- oder Leitungsbereich entfernen
- Forst- und Wegebau: Blöcke in Trassen und Kehren spalten
- Alpine Bauten: Blockabbau ohne Zufahrt und ohne Helikoptergerät
- Naturstein: Rohblöcke rissarm auf Verarbeitungsmass bringen
Bewertung
Vorteile und Grenzen
Vorteile
- +Kein Splitterflug – sicher neben Gebäuden, Fahrzeugen und Vieh
- +Kein Bagger und keine Hydraulikanlage erforderlich
- +Auch bei Blöcken ohne Zufahrt oder in Hanglagen einsetzbar
- +Bruchstücke bleiben rissarm und weiterverwendbar
- +Geräuschlos – keine Konflikte mit Nachbarschaft und Ruhezeiten
Grenzen
- –Bohren ist Handarbeit und im Hartgestein zeitintensiv
- –Ergebnis erst nach Wartezeit sichtbar
- –Sehr flache oder dünne Blöcke bieten zu wenig Bohrtiefe
- –Bei Frost sind Produktvariante und Abdeckung entscheidend
FAQ
Häufige Fragen zum Spalten von Findlingen
+Wie viele Bohrlöcher braucht ein Findling?
Für einen Block bis etwa 1 m³ genügt oft eine Reihe von zwei bis vier Bohrungen entlang der gewünschten Trennebene. Bei grösseren Blöcken werden mehrere Reihen mit 30 bis 50 cm Abstand gesetzt, um handliche Stücke zu erhalten.
+Kann man auch ohne Bagger arbeiten?
Ja. Genau das ist ein Hauptargument: gebohrt wird mit Bohrhammer oder Motorbohrer, gefüllt von Hand. Nach dem Aufreissen lassen sich die Stücke mit Hebel, Frontlader oder Steinzange bewegen – vollständig ohne Grossgeräte auf schwer zugänglichem Gelände.
+Wie gross darf ein Block sein?
Eine obere Grenze gibt es praktisch nicht. Blöcke von mehreren Dutzend Tonnen werden regelmässig in mehreren Etappen zerlegt: erst Halbierung entlang der Hauptebene, dann Nachspalten der Segmente.
+Bleibt der Stein danach verwendbar?
Ja. Weil keine Detonation stattfindet, bleiben die Bruchstücke weitgehend rissfrei und lassen sich als Blockstufen, Mauersteine oder Wasserbausteine weiterverwenden.
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