Produktbezeichnungen
Kaltsprengstoff – Bedeutung, Funktion und Einordnung
Kaltsprengstoff ist ein Begriff aus der Abgrenzung heraus – er erklärt vor allem, was nicht passiert.
Was bedeutet der Begriff?
Kaltsprengstoff bezeichnet ein Quellsprengmittel, das Material ohne Hitzeentwicklung, ohne Zündung und ohne Detonation trennt.
„Kalt“ meint dabei den Verzicht auf die schlagartige Energiefreisetzung – nicht die Temperatur des Materials, das bei der Reaktion sogar leicht erwärmt.
Woher kommt die Bezeichnung?
Der Begriff stammt aus dem direkten Vergleich mit der konventionellen Sprengtechnik, bei der Detonation, Hitze und Druckwelle zusammengehören.
Verwendet wurde er vor allem, um Bauherren und Behörden das Verfahren rasch verständlich zu machen.
Wo wird der Begriff verwendet?
Anzutreffen in Werbe- und Erklärtexten, in älteren Fachbeiträgen sowie im Handel.
In technischen Merkblättern wird er heute weitgehend vermieden.
- Erklär- und Verkaufstexte
- ältere Fachbeiträge
- Handel
Ist der Begriff technisch eindeutig?
Nein. Wie Quellsprengstoff enthält der Begriff das Wort „Sprengstoff“, obwohl das Produkt keiner ist. Zudem verläuft die Reaktion leicht exotherm, ist also nicht wörtlich „kalt“.
Als Verständnishilfe funktioniert der Begriff dennoch gut, weil er den entscheidenden Unterschied zur Sprengung sofort transportiert.
Wie funktioniert das Produkt?
Das mit Wasser angemischte Pulver entwickelt im Bohrloch über Stunden einen hohen Quelldruck, der das Material aufreisst.
Es entstehen weder Knall noch Druckwelle noch Splitterflug; Sicherheitsabstände wie bei Sprengungen sind nicht erforderlich. Zu beachten sind die produktspezifischen Hinweise zum Blow-Out-Effekt.
Typische Anwendungen
- Abbruch in Innenräumen
- Arbeiten neben bestehender Bausubstanz
- bewohnte Gebiete
- Bereiche ohne Sprengbewilligung
Im Vergleich zu verwandten Bezeichnungen
Kaltsprengmittel
Gleiche Aussage, sprachlich korrekter durch die Endung „-mittel“.
Mehr erfahrenQuellsprengstoff
Verbreiteter, betont das Quellen statt den Verzicht auf Hitze.
Mehr erfahrenQuellsprengmittel
Fachlich präziser Leitbegriff.
Mehr erfahrenNEDA
Non-Explosive Demolition Agent
Internationale Abkürzung, die denselben Gegensatz ausdrückt.
Mehr erfahrenBETONAMIT® und dieser Begriff
BETONAMIT® arbeitet ohne Zündung, ohne Detonation und ohne Druckwelle und wird deshalb gelegentlich als Kaltsprengstoff bezeichnet.
Fachlich handelt es sich um ein Quellsprengmittel. Details: BETONAMIT® Produktseite.
Häufige Fragen
+Ist Kaltsprengstoff wirklich kalt?
Die Reaktion entwickelt Wärme. „Kalt“ bezieht sich auf den Verzicht auf Detonation und Feuer, nicht auf die Temperatur.
+Ist eine Sprengbewilligung nötig?
In der Regel nicht, da kein Explosivstoff eingesetzt wird. Massgebend sind die örtlichen Vorschriften.
+Welche Sicherheitshinweise gelten trotzdem?
Vor allem Augenschutz und die Herstellerangaben zum Blow-Out-Effekt: Bohrlöcher dürfen während der Reaktion nicht verschlossen oder überwacht betreten werden.
Weitere Produktbezeichnungen
Kaltsprengmittel
Die sprachlich sauberere Variante zu Kaltsprengstoff – ohne Bezug auf Explosivstoffe.
Mehr erfahrenQuellsprengstoff
Die im deutschen Sprachraum meistgenutzte Bezeichnung – verbreitet, aber sprachlich in der Nähe des Explosivstoffs angesiedelt.
Mehr erfahrenQuellsprengmittel
Der von KUBATEC bevorzugte deutsche Oberbegriff für Produkte, die Fels, Stein und Beton durch Quelldruck kontrolliert trennen.
Mehr erfahrenNEDA
Non-Explosive Demolition Agent
Internationale Abkürzung für Non-Explosive Demolition Agent – die englische Entsprechung zum Quellsprengmittel.
Mehr erfahrenSCDA
Soundless Chemical Demolition Agent
Internationale Abkürzung für Soundless Chemical Demolition Agent – Schwerpunkt auf dem geräuschlosen Arbeiten.
Mehr erfahrenFragen zur richtigen Bezeichnung oder zum Produkt?
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