Produktbezeichnungen

Quellsprengmittel – Bedeutung, Funktion und Anwendung

Quellsprengmittel ist im Deutschen der treffendste Sammelbegriff für diese Produktgruppe: Er benennt sowohl das Quellen des Materials als auch die trennende Wirkung – ohne das Produkt fälschlich als Explosivstoff einzuordnen.

Was bedeutet der Begriff?

Als Quellsprengmittel bezeichnet man ein mineralisches Pulver, das mit Wasser angemischt und in Bohrlöcher eingebracht wird. Während der Hydratation vergrössert das Material sein Volumen und erzeugt im Bohrloch einen sehr hohen Quelldruck. Weil Fels und Beton zwar druckfest, aber zugschwach sind, reisst das Material entlang der Bohrlochachse auf.

Der Begriff umfasst die gesamte Produktgruppe – unabhängig davon, ob sie im Steinbruch, im Betonabbruch oder in der Natursteinbearbeitung eingesetzt wird. BETONAMIT® ist ein Quellsprengmittel für den kontrollierten Fels-, Stein- und Betonabbruch.

Woher kommt die Bezeichnung?

Der Begriff setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen: „Quellen“ beschreibt die chemisch verursachte Volumenvergrösserung, „Sprengmittel“ die Funktion – das Auftrennen eines festen Materials.

Bewusst gewählt ist die Endung „-mittel“ statt „-stoff“: Ein Sprengstoff setzt Energie in Millisekunden frei, ein Quellsprengmittel baut seinen Druck über Stunden auf. Der Begriff benennt also die Wirkung, ohne eine Detonation zu unterstellen.

Wo wird der Begriff verwendet?

Quellsprengmittel wird im gesamten deutschsprachigen Raum verstanden und in Ausschreibungen, technischen Merkblättern und Fachartikeln verwendet – in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein gleichermassen.

In der Praxis findet sich der Begriff vor allem dort, wo fachlich sauber formuliert wird: bei Planern, in Sicherheitsunterlagen und in der Kommunikation von Herstellern.

  • Bauwirtschaft und Abbruchbranche
  • Steinbruch und Natursteinbearbeitung
  • Tief- und Spezialtiefbau
  • Technische Merkblätter und Ausschreibungstexte

Ist der Begriff technisch eindeutig?

Ja – Quellsprengmittel ist der eindeutigste der gebräuchlichen deutschen Begriffe. Er beschreibt Wirkprinzip und Funktion korrekt und lässt sich nicht mit anderen Baustoffgruppen verwechseln.

Genau deshalb verwendet KUBATEC BMT AG im Deutschen bevorzugt diese Bezeichnung. Begriffe wie Quellsprengstoff oder Kaltsprengstoff sind zwar verbreitet, rücken das Produkt sprachlich aber in die Nähe von Explosivstoffen, was rechtlich wie technisch unzutreffend ist.

Wie funktioniert das Produkt?

Das pulverförmige Produkt wird mit Wasser zu einem giessfähigen Brei angemischt und in zuvor gebohrte Löcher eingefüllt. Über mehrere Stunden entsteht durch die chemische Reaktion ein Quelldruck von mehreren tausend Tonnen pro Quadratmeter.

Dieser Druck wirkt radial auf das umliegende Material, erzeugt Risse und trennt Fels, Naturstein oder Beton – ohne Detonation, Erschütterung, Splitterflug oder Knall. Details zu Bohrbild, Temperaturfenster und Verarbeitung finden Sie im Artikel Quellsprengstoff: Grundlagen und Anwendung sowie zur maschinellen Verarbeitung.

Typische Anwendungen

  • Felsabbau ohne Sprengbewilligung
  • kontrollierter Betonabbruch
  • Spalten von Findlingen
  • Rückbau von Fundamenten
  • Naturstein- und Steinbrucharbeiten
  • erschütterungssensible Umgebungen

BETONAMIT® und dieser Begriff

BETONAMIT® ist das von KUBATEC BMT AG in Liechtenstein hergestellte Quellsprengmittel für Fels, Stein und Beton. Entwickelt, produziert und geprüft am eigenen Standort in Ruggell.

Je nach Land, Sprache und Branche werden für diese Produktgruppe unterschiedliche Bezeichnungen verwendet. KUBATEC verwendet im Deutschen bevorzugt die Bezeichnung Quellsprengmittel. Zur BETONAMIT® Produktseite.

Häufige Fragen

+Was ist ein Quellsprengmittel?

Ein mineralisches Pulver, das mit Wasser angemischt in Bohrlöchern quillt und dabei einen so hohen Druck erzeugt, dass Fels, Stein oder Beton kontrolliert aufreissen.

+Wie funktioniert ein Quellsprengmittel?

Bei der Hydratation bilden sich Kristalle mit grösserem Volumen als die Ausgangsstoffe. Da das Bohrloch keinen Raum lässt, baut sich über Stunden ein radialer Quelldruck auf, der die Zugfestigkeit des Materials überschreitet.

+Ist ein Quellsprengmittel ein Sprengstoff?

Nein. Es findet keine Detonation statt. Die Wirkung entsteht rein mechanisch durch langsam ansteigenden Druck, weshalb weder Knall noch Druckwelle noch Splitterflug auftreten.

+Was ist der Unterschied zwischen Quellsprengmittel und Quellsprengstoff?

Gemeint ist dasselbe Produkt. Quellsprengmittel ist die sachlich korrektere Bezeichnung, weil die Endung „-stoff“ eine Nähe zu Explosivstoffen suggeriert, die technisch nicht besteht.

+Wofür werden Quellsprengmittel eingesetzt?

Überall dort, wo Fels oder Beton getrennt werden muss, klassisches Sprengen oder Hämmern aber unerwünscht ist – etwa in bewohntem Gebiet, in Gebäuden oder in erschütterungssensiblen Bereichen.

Fragen zur richtigen Bezeichnung oder zum Produkt?

Wir beraten Planer, Bauunternehmen und Händler seit über 50 Jahren zum sprengstofffreien Abbruch – vom Bohrbild bis zur Gebindegrösse.