Produktbezeichnungen

Quellsprengstoff – Bedeutung, Funktion und Einordnung

Kaum ein Begriff dieser Produktgruppe wird häufiger gesucht als Quellsprengstoff. Er ist eingeführt und verständlich – beschreibt das Produkt fachlich aber nicht ganz korrekt.

Was bedeutet der Begriff?

Quellsprengstoff bezeichnet dasselbe Produkt wie Quellsprengmittel: ein quellfähiges mineralisches Pulver, das in Bohrlöchern einen Trenndruck aufbaut.

Der Begriff hat sich vor allem über Handel, Praxis und Suchmaschinen etabliert und ist heute die am häufigsten verwendete deutsche Bezeichnung dieser Produktgruppe.

Woher kommt die Bezeichnung?

Als das Verfahren in den 1970er-Jahren bekannt wurde, wurde es fast ausschliesslich als Alternative zur klassischen Sprengung beschrieben. Aus dieser Gegenüberstellung heraus entstand die Bezeichnung „Sprengstoff, der quillt“.

Die Wortwahl war also nie eine chemische Klassifizierung, sondern eine Verständnishilfe: Sie erklärte Anwendern, wofür das Produkt eingesetzt wird.

Wo wird der Begriff verwendet?

Der Begriff ist im gesamten deutschsprachigen Raum verbreitet und dominiert die Alltagssprache auf Baustellen, im Handel und in Suchanfragen.

In Sicherheitsunterlagen und behördlichem Schriftverkehr wird er dagegen zunehmend vermieden, weil er die rechtliche Einordnung des Produkts verzerrt.

  • Baustellenpraxis und Handel
  • Suchanfragen und Onlineshops
  • Fachartikel und Anwenderberichte
  • seltener in behördlichen Unterlagen

Ist der Begriff technisch eindeutig?

Nein, nicht vollständig. Ein Sprengstoff ist gesetzlich definiert als Stoff, der zur Detonation gebracht werden kann. Quellsprengstoff detoniert nicht: Es gibt keine Zündung, keine Druckwelle und keinen Splitterflug.

Der Begriff kann deshalb bei Behörden, Auftraggebern oder Nachbarn unnötige Bedenken auslösen. KUBATEC BMT AG verwendet ihn zwar, weil er gesucht und verstanden wird, bevorzugt aber die Bezeichnung Quellsprengmittel.

Wie funktioniert das Produkt?

Das Pulver wird mit Wasser angemischt und in Bohrlöcher gefüllt. Innerhalb weniger Stunden entsteht ein Quelldruck, der das Material aufreisst.

Weil der Druck langsam ansteigt, bleibt der Vorgang geräuschlos und erschütterungsfrei. Ausführliche Grundlagen finden Sie im Artikel Quellsprengstoff: Grundlagen und Anwendung.

Typische Anwendungen

  • Abbruch in bewohntem Gebiet
  • Felsabtrag ohne Sprengbewilligung
  • Fundament- und Betonrückbau
  • Arbeiten im Gebäudeinnern
  • Findlinge und Blockgestein

BETONAMIT® und dieser Begriff

BETONAMIT® wird häufig als Quellsprengstoff bezeichnet, ist rechtlich und technisch jedoch kein Explosivstoff, sondern ein Quellsprengmittel.

Hergestellt wird es von KUBATEC BMT AG in Liechtenstein. Alle technischen Angaben finden Sie auf der BETONAMIT® Produktseite.

Häufige Fragen

+Ist Quellsprengstoff ein echter Sprengstoff?

Nein. Das Produkt detoniert nicht und fällt nicht unter die Definition eines Explosivstoffs. Die Trennwirkung entsteht durch langsam aufgebauten Druck.

+Braucht man für Quellsprengstoff eine Bewilligung?

Für das Produkt selbst ist in der Regel keine Sprengbewilligung erforderlich. Massgebend sind jedoch immer die örtlichen Vorschriften und die Baustellensituation.

+Warum ist der Begriff trotzdem so verbreitet?

Weil das Verfahren von Beginn an als Alternative zur Sprengung erklärt wurde. Die Bezeichnung hat sich über Jahrzehnte im Sprachgebrauch verfestigt.

+Welche Bezeichnung sollte man in Ausschreibungen verwenden?

Sinnvoller ist Quellsprengmittel, weil dieser Begriff die Funktion korrekt beschreibt und Missverständnisse bei Behörden vermeidet.

Fragen zur richtigen Bezeichnung oder zum Produkt?

Wir beraten Planer, Bauunternehmen und Händler seit über 50 Jahren zum sprengstofffreien Abbruch – vom Bohrbild bis zur Gebindegrösse.